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Imma – du wirst uns fehlen!

Schwester Imma

Als dieses Foto aufgenommen wurde besuchten wir Schwester Imma anlässlich einer Vorstandssitzung an ihrer letzten Einsatzstätte in „Seiga Hans“ (St. Johann am Walde). Die Fahrt war überaus lustig, die Begegnung herzhaft wie immer.

In der Abgeschiedenheit des Kobernaußerwaldes setzte Imma, schon im hohen Alter, das von ihr mitgestaltete Projekt „Leben in der Pfarre“ für uns eindrucksvoll unter Beweis. Unkonventionell, wie ihre Vorgangsweise eben war, suchte sie die Schäfchen dort, wo sie zu finden waren und wartete nicht, bis diese an die Pfarrtüre klopften. Egal ob im Wirtshaus oder Pub, Imma kannte keine Berührungsängste. Dafür hatte sie schon zuviel erlebt. 20 Jahre lang leitete sie das Fürsorgeheim in Steinbach am Attersee, sechs Jahre eine Mädchen-Wohngemeinschaft in Linz. Dieses Mit-, Gegen- und Füreinander hat sie geprägt bis ihr nichts Menschliches fremd war. Wie ihr dabei in schwierigsten Situationen der Glaube half und sie Gott begegnete, hat uns oft tief berührt. Wenn Sie, nur manchmal, von dieser Zeit erzählte, konnten wir alle etwas mitnehmen. Am 25. Mai ist Imma nun im 70. Professjahr endgültig verstummt.

1931 als 8. von 12 Kindern als Theresia Haidinger in eine gläubige Familie in St. Agatha geboren, entschloss sie sich mit 15 Jahren zum Eintritt in die Gemeinschaft der Franziskanerinnen. Dort machte sie zuerst eine Ausbildung zur Kindergärtnerin und dann zahlreiche Kurse, die ihr bei den unterschiedlichsten Leitungsfunktionen hilfreich waren. Mit einer ordentlichen Portion Neugier und Zielstrebigkeit ausgestattet meisterte sie die Herausforderungen, die ihr das Leben stellte. So begleitete sie als Heimleiterin und Hausoberin die zahlreichen Bau- und Renovierungsarbeiten im St. Klara-Heim in Vöcklabruck und war 1999 bei der Gründung der Hospizbewegung engagiert dabei. Auch als sie schon lange nicht mehr vor Ort wirkte, war sie uns als Vorstandsmitglied viele weitere Jahre herzlich verbunden.

Diese Foto hat ausgesprochenen Seltenheitswert. Imma war mit vielen Stärken gesegnet, Kochen war – wie sie selber immer wieder betonte – allerdings nicht dabei. Für diese außergewöhnlichen Erlebnisse sind wir heute ganz besonders dankbar.

Liebe Imma, bei deiner allerletzten Reise werden wir dich so begleiten, wie es uns dein Dasein gelehrt hat: respektvoll auf Abstand, mit offenem Herzen und unverrückbar, wenn es drauf ankommt. Danke für alles!